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Staatsangehörigkeit

Ein Mann erhält in einer feierlichen Zeremonie seine deutsche Einbürgerungsurkunde.

Ein Mann erhält in einer feierlichen Zeremonie seine deutsche Einbürgerungsurkunde., © dpa/picture alliance

01.12.2017 - Artikel

Deutsche Staatsangehörige, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben, können sich an die für ihren Wohnort zuständige deutsche Auslandsvertretung wenden.

Deutsche Staatsangehörige, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben, können sich an die für ihren Wohnort zuständige deutsche Auslandsvertretung wenden.


Erwerb durch Abstammung

Ein Kind erwirbt mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn zumindest ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt (Abstammungsprinzip). Dabei ist unerheblich, ob das Kind im In- oder Ausland geboren wird (§ 4 StAG).

Zum Erwerb der Staatsangehörigkeit muss dabei allerdings die Abstammung nach deutschem Recht feststehen. In der Regel gelten auch im deutschen Rechtsbereich diejenigen Personen als Vater und Mutter, die in der griechischen Geburtsurkunde eingetragen sind.

Eine Neuerung hinsichtlich des Abstammungsprinzips wurde mit dem am 01. Januar 2000 in Kraft getretenen StAG eingeführt. Die deutsche Staatsangehörigkeit wird nicht mehr automatisch durch Abstammung erworben, wenn die Geburt des Kindes im Ausland erfolgt und der deutsche Elternteil nach dem 31. Dezember 1999 selbst im Ausland geboren wurde und dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, es sei denn, das Kind würde sonst staatenlos (§ 4 Abs. 4 StAG).

Das RuStAG ist in der jeweils geltenden Fassung weiterhin anzuwenden, wenn das staatsangehörigkeitsrechtlich relevante Ereignis (z.B. die Geburt) vor dem 1. Januar 2000 stattgefunden hat.

Damit ein Kind eines nach dem 31. Dezember 1999 im Ausland geborenen deutschen Elternteils die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, wird es zukünftig erforderlich sein, dass der deutsche Elternteil die Geburt dieses Kindes binnen Jahresfrist bei der zuständigen Auslandsvertretung anzeigt.

Übersicht über die wichtigsten aktuellen und früheren Erwerbsgründe der deutschen Staatsangehörigkeit


Einbürgerung

Möglichkeit der Einbürgerung für Kinder deutscher Eltern, die nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben

Für folgende Personengruppen besteht die Möglichkeit einer Einbürgerung gemäß §14 Staatsangehörigkeitsgesetz:

    unehelich geborene Kinder deutscher Väter, welche vor dem 01.07.1993 geboren wurden.

    ehelich geborene Kinder deutscher Mütter, welche vor dem 01.01.1975 geboren wurden.

Sollten Sie zu einer dieser beiden Gruppen gehören und im Ausland leben, können Sie einen Antrag auf Einbürgerung bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Auslandsvertretung stellen. Diese sendet den Antrag dann zur weiteren Bearbeitung an das Bundesverwaltungsamt in Köln. Allerdings müssen für die Einbürgerung enge Voraussetzungen erfüllt werden. Bitte beachten Sie vor der Antragstellung daher genau die Hinweise zu Voraussetzungen, erforderlichen Unterlagen und Gebühren in den Merkblättern des Bundesverwaltungsamts.

BVA-Merkblatt zur Einbürgerung ehelicher Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter

BVA-Merkblatt zur Einbürgerung unehelich geborener Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter


Staatsangehörigkeitsausweis

Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt ist Staats­an­ge­hö­rig­keits­be­hör­de für An­trag­stel­ler, die im Aus­land le­ben.

Den An­trag stel­len Per­so­nen, bei de­nen aus his­to­ri­schen oder per­sön­li­chen Grün­den zwei­fel­haft ist, ob sie noch deut­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge sind.

Die Grün­de für die An­trag­stel­lung sind sehr un­ter­schied­lich. Wa­ren frü­her meist die kul­tu­rel­len Bin­dun­gen an die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus­schlag­ge­bend, so ste­hen heu­te häu­fi­ger die Wün­sche nach Über­sied­lung nach Deutsch­land we­gen der an­ge­spann­ten Le­bens­ver­hält­nis­se in den Wohn­sitz­staa­ten oder für den Fall po­li­ti­scher Um­wäl­zun­gen im Vor­der­grund.

Über­dies er­öff­net sich für man­chen, der ne­ben der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit noch ei­ne wei­te­re be­sitzt (z. B. durch Ge­burt in die­sem Land oder Ab­stam­mung von ei­nem an­de­ren El­tern­teil) ei­ne grö­ße­re Rei­se­frei­heit, da Vi­s­apflich­ten ent­fal­len kön­nen. Auch be­nö­ti­gen viel­fach Ren­ten- und So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger für ei­nen im Aus­land le­ben­den Deut­schen ei­nen Nach­weis über die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit der ver­si­cher­ten Per­son.

Im Fest­stel­lungs­ver­fah­ren wird ge­prüft, ob der An­trag­stel­ler die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit der­zeit be­sitzt.

Vie­le Er­eig­nis­se im Le­ben des An­trag­stel­lers aber auch sei­ner Vor­fah­ren kön­nen für den Er­werb und den Ver­lust der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit von Be­deu­tung sein. Da­bei kann es sich um per­sön­li­che bzw. fa­mi­li­äre Er­eig­nis­se (z. B. Ge­burt, Ehe­schlie­ßung oder Ad­op­ti­on) und/oder po­li­ti­sche bzw. recht­li­che Ent­wick­lun­gen (z. B. Sam­me­lein­bür­ge­run­gen wäh­rend des 2. Welt­krie­ges oder Er­werb ei­ner aus­län­di­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit) han­deln.

Die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit des An­trag­stel­lers ist durch ent­spre­chen­de Un­ter­la­gen nach­zu­wei­sen (z. B. Per­so­nen­stand­sur­kun­den, Ein­bür­ge­rungs­ur­kun­de, Wohn­sitz­nach­wei­se u. ä.). Im po­si­ti­ven Fal­le wird ein Staats­an­ge­hö­rig­keits­aus­weis aus­ge­stellt.

An­trä­ge und Merk­blät­ter so­wie wei­te­re Hin­wei­se fin­den hier


Beibehaltung

Mehr­fa­che Staats­bür­ger­schaft ist in vie­len Fäl­len mög­lich

Lässt ein Deut­scher sich in ei­nem an­de­ren Staat ein­bür­gern, ver­liert er sei­ne deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. Das kön­nen Sie nur ver­hin­dern, wenn Sie vor der Ein­bür­ge­rung ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung er­hal­ten ha­ben. Da­her soll­te der Bei­be­hal­tungs­an­trag im­mer zu­erst ge­stellt wer­den, al­so noch vor dem Ein­bür­ge­rungs­an­trag in dem je­wei­li­gen an­de­ren Staat.

Ei­ne Aus­nah­me gilt für Deut­sche, die sich in ei­nem EU-Staat oder in der Schweiz ein­bür­gern las­sen: In die­sen Fäl­len geht die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit nicht ver­lo­ren, ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung ist da­her nicht er­for­der­lich (Rechts­la­ge ab dem 28.08.2007).

Möch­ten Sie ei­ne Bei­be­hal­tungs­ge­neh­mi­gung be­an­tra­gen und woh­nen Sie im Aus­land? Dann stel­len Sie Ih­ren An­trag bei der Bot­schaft oder dem zu­stän­di­gen Kon­su­lat. Von dort wird der An­trag an das Bun­des­ver­wal­tungs­amt wei­ter­ge­lei­tet. Im Ver­fah­ren müs­sen Sie glaub­haft ma­chen, dass Sie wei­ter­hin Bin­dun­gen an Deutsch­land ha­ben.

Wenn Sie in Deutsch­land woh­nen, wen­den Sie sich bit­te an Ih­re Stadt- oder Kreis­ver­wal­tung.

Bit­te be­ach­ten Sie, dass sich al­le Aus­sa­gen aus­schließ­lich auf das deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht be­zie­hen. Ob und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der an­de­re Staat die mehr­fa­che Staats­an­ge­hö­rig­keit zu­lässt, kann nur von den dor­ti­gen Be­hör­den ge­klärt wer­den.

Rechts­grund­la­ge: § 25 Ab­satz 2 Staats­an­ge­hö­rig­keits­ge­setz (StAG)

Fragen und Antworten zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit


Nichterwerb bei Geburt im Ausland

Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern (§ 4 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz)

Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Weitere Informationen

Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern (§ 4 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz)

Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

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