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Deutsch-ivorische Reformpartnerschaft

Photo de famille- Consultations intergouvernementales - Octobre 2019

Photo de famille- Consultations intergouvernementales - Octobre 2019, © Ministère des Affaires Étrangères de Côte d'Ivoire

30.07.2020 - Artikel

Die „Reformpartnerschaft“ ist der bilaterale Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur G20-Initiative „Compact with Africa“, die unter deutscher Präsidentschaft 2017 ins Leben gerufen wurde. Ihr Ziel ist es, ausgewählte Länder, die als „Reform-Champions“ gelten, in ihren Bemühungen zu unterstützen, makroökonomische und politische Reformen durchzuführen, die zu verstärkten privaten Investitionen, nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen führen. Ziel ist es, die Einkommen, die wirtschaftlichen Perspektiven und die Lebensbedingungen der jungen Bevölkerung Afrikas zu verbessern.

Côte d'Ivoire – „Reformchampion“

Seit 2011 hat Côte d'Ivoire erhebliche politische und wirtschaftliche Fortschritte gemacht. Im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans 2016-2020 und des Sozialprogramms 2020 bekräftigt die ivorische Regierung ihre Verpflichtung, legislative, administrative und makroökonomische Reformen einzuleiten, die zur Verbesserung des Geschäftsklimas und einer guten Regierungsführung beitragen. Dies soll auch durch eine stärkere Einbeziehung des Privatsektors erreicht werden.

Eine neue Form der Zusammenarbeit

Diese neue Form der Partnerschaft verkörpert den Paradigmenwechsel in Ansatz und Qualität der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie basiert auf einer gegenseitigen Verpflichtung nach dem Prinzip des „Geben-und-Nehmens“. Das „Reformland“ verpflichtet sich, Reformen durchzuführen, und Deutschland leistet im Gegenzug technische und finanzielle Unterstützung für diesen Prozess. Die Bereitstellung von Mitteln ist jedoch an das Erreichen gemeinsam vereinbarter Meilensteine bei der Umsetzung einer Reformagenda gebunden. Der Fortschritt der Reformen wird im Rahmen eines regelmäßigen politischen und technischen Dialogs bewertet.

Ziele und Interventionsbereiche

Neben der bereits bestehenden Zusammenarbeit in den Bereichen ländliche Wirtschaftsentwicklung und Naturschutz unterstützt Deutschland die Côte d'Ivoire im Rahmen der Reformpartnerschaft dabei, erneuerbare Energien und Energieeffizienz auszubauen, Regierungsführung zu verbessern sowie Beschäftigung und privatwirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Die Energiesicherheit und der Zugang zu Elektrizität für alle Bürger sind große Herausforderungen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, strebt die ivorische Regierung eine Diversifizierung der Stromerzeugung durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien (16% im Jahr 2030) und den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes an. Eine zuverlässige und nachhaltige Stromversorgung hat ein großes Potenzial für die Schaffung lokaler Wertschöpfungsketten und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bevölkerung.

Die wesentlichen Interventionsbereiche sind:

  • Strategie zur Förderung der erneuerbaren Energien;
  • Förderung der Energieeffizienz bei den Verbrauchern;
  • Abschluss des Gesamtelektrifizierungsplans der Côte d'Ivoire;
  • Schuldenerlass im Elektrizitätssektor;
  • Verbesserung des wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in diesem Sektor.

Deutschland unterstützt Côte d'Ivoire auch bei der Energiewende, unter anderem durch Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsausbildung, Finanzierung und Pilotinvestitionen.

Mit der Sonderinitiative „Ausbildung und Beschäftigung“ und dem Projekt „Berufliche Bildung im Bereich erneuerbare Energien/Energieeffizienz“ (ProFERE), die auf die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze, die Verbesserung der Berufsausbildung im Energiesektor, der Arbeitsbedingungen und des Investitionsklimas abzielen, unterstützt Deutschland die Ausbildung einheimischer Fachkräfte, insbesondere in Berufen, die mit erneuerbaren Energien zu tun haben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Neben der Unterstützung in diesem Schwerpunktsektor begleitet Deutschland die Reformbemühungen der Côte d'Ivoire im Bereich der guten Regierungsführung („Good Governance“). Dies geschieht durch das Programm „Gute Regierungsführung für mehr Investitionen und Beschäftigung“, das darauf abzielt, Integrität, Rechenschaftspflicht, Korruptionsbekämpfung, Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zu stärken.

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