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Côte d'Ivoire: Wirtschaft

28.06.2019 - Artikel

Der ivorische Rohstoffsektor (Erdöl, Erdgas, Gold, Mangan, Nickel) gewinnt im Vergleich zum Agrarsektor zunehmend an Bedeutung. 2017 wurde ein Wirtschaftswachstum von 7,8 Prozent erreicht, für 2018 und 2019 wird ein Wachstum von 7,5 % prognostiziert. Damit handelt es sich um eines der höchsten auf dem gesamten Kontinent.

Trotz guter makroökonomischer Daten erschwert das mit 2,6% hohe Bevölkerungswachstum die Armutsbekämpfung. Im Human Development Index 2018 belegt Côte d'Ivoire Rang 170 von 189. 46,3% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze (2012: 51 % aber: 1984: 10 %).

Côte d'Ivoire ist der weltgrößte Kakaoproduzent und der größte Produzent von Robusta-Kaffee in Afrika. Diese traditionellen landwirtschaftlichen Einnahmequellen (neben Kakao/Kaffee auch Baumwolle, Naturkautschuk, Palmöl, Holz und Früchte) werden durch Öl- und Gasreserven vor der Küste ergänzt.

Aktuelle Wirtschaftsentwicklung

Die Regierung legt den Akzent ihrer Wirtschaftspolitik auf die Stärkung des privaten Sektors. Besonders die Landwirtschaft mit den Exportprodukten Kakao, Kaffee, Kautschuk, Cashewnüssen und Palmöl hat hohe Priorität. Außerdem sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch den Ausbau der Infrastruktur verbessert werden (Verkehrswege, Energieerzeugung, Gesundheitswesen, Schulen und Hochschulen). Public-Private-Partnerships, mit denen Privatinvestoren für Großprojekte gewonnen werden sollen, spielen bei der Modernisierung der Infrastruktur eine wichtige Rolle.

Struktur der Wirtschaft

Der Landwirtschaftssektor trägt rund 22 Prozent zum BIP bei, die Industrie 29 Prozent und der Dienstleistungsbereich 49 Prozent. Neben dem Ausbau der Infrastruktur hat die Reform des Bankenwesens hohe Priorität, damit der Wirtschaft ausreichend Liquidität zur Verfügung steht.

Wirtschaftsklima

Côte d’Ivoire bietet ein großes Potenzial für Handel und Investitionen, was weitere Verbesserungen bei den Investitionsrahmenbedingungen nötig macht. Mit der Reform der Kakaopreise (November 2011), dem Nationalen Investitionsplan (August 2012) und dem zweiten Nationalen Entwicklungsplan (März 2016; Laufzeit 2016-2020) hat die Regierung wichtige Grundlagen zur Verbesserung des Geschäftsklimas gelegt. Dies wird durch die Einführung  moderner Investitionsgesetzgebung,  einer Handelsschiedsgerichtsbarkeit und vereinfachter Verwaltungsabläufe zur Gründung privater Unternehmen abgerundet.

Die politische Stabilisierung des Landes trägt auch hinsichtlich der Rückansiedlung internationaler Organisationen Früchte: nach der afrikanischen Entwicklungsbank hat die Internationale Kakaoorganisation (ICCO) ihren Sitz im April 2017 von London nach Abidjan verlegt.  Die Europäische Investmentbank (EIB) hat im November 2016 ein Büro in Abidjan eröffnet.

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